Der Bodensee-Rundweg: Von Konstanz nach Allensbach 

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Der Bodensee-Rundweg liegt direkt vor meiner Haustüre und eigentlich hatte ich den Trip um den See nur im Hinterkopf, um ihn vielleicht später irgendwann einmal zu laufen. Was direkt vor einem liegt mag vielleicht auch nicht ganz so interessant sein wie das Fremde und so waren meine Pläne für die erste Wanderung des Jahres 2020 eigentlich gänzlich anders. Doch dann kam Corona und änderte alles. Die Grenzen waren zu und Übernachtungen auf Alpenvereinshütten im Massenlager auf absehbare Zeit nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich und auf einmal wurde der Bodensee-Rundweg immer attraktiver. Für mich bot sich so die Gelegenheit in Tagesetappen zu wandern, ohne irgendwelche Übernachtungen buchen zu müssen und ich konnte mit der Tour bereits auf deutscher Seite im Mai beginnen, als die Grenzen nach Österreich und zur Schweiz noch geschlossen waren. An Feiertagen und an Wochenenden bot sich immer kurzfristig unter Berücksichtigung der Wetterverhältnisse die Möglichkeit, wieder ein oder zwei Etappen zu laufen. Mit der Grenzöffnung Mitte Juni war dann auch die Komplettierung der Tour möglich und mit jeder Etappe habe ich mich mehr in diesen wunderschönen Wanderweg verliebt. Ich habe Stellen am See kennengelernt, die ich noch überhaupt nicht kannte und viele Regionen, die mir vermeintlich bekannt waren habe ich noch einmal ganz neu entdeckt. Mir war schon immer bewusst, dass ich in der schönsten Region Deutschlands zu Hause bin, aber diese Wanderung hat dies auf eindrucksvolle Weise noch einmal bestätigt.

Dabei lebt der Bodensee-Rundweg nicht zwingend von der Schwierigkeit seiner Etappen, es sind kaum Höhenmeter zu bewältigen. Es ist die Schönheit der Natur in der Dreiländerregion mit den diversen Riedflächen, Tobellandschaften und Weinanbaugebieten, mit der Rheindeltaregion und den Ausblicken zu den Bergen und immer wieder zum See, an dem man sich nie sattsehen kann. Der Attraktivität des Wanderweges sind auch diverse Modifikationen geschuldet, die ich auf dem Bodensse-Rundweg durchgeführt habe. Auf den ersten beiden Etappen bin ich eher dem Premiumwanderweg „SeeGang“ gefolgt, der von Konstanz nach Überlingen führt und der bei weiterhin gesperrter Marienschlucht die deutlich reizvollere Alternative zum originalen Bodensee-Rundweg darstellt. Auf der fünften Etappe bin ich von Hörbranz über den Pfänder nach Bregenz gewandert, um den Hausberg am Bodensee in die Wanderung zu integrieren und auf der achten Etappe bin ich immer wieder vom Seeufer auf den Seerücken ausgewichen um nicht an Sehenswürdigkeiten wie Arenenberg oder Hochwacht vorbeizulaufen. Letztlich muss jeder seine eigene Planung machen, aber für mich war dies die absolut attraktivste Wegführung, die dazu geführt hat, dass ich den Bodensee-Rundweg zu den schönsten Fernwanderungen zählen kann, die ich bislang absolviert habe.