30,0 km (Distanz)

414 m (Aufstieg)

228 m (Abstieg)

393 m (niedrigster Punkt)

584 m (höchster Punkt)

Höhenprofil (Klick zum Vergrößern):

Donnerstag, 21.05.2020

Christi Himmelfahrt – Vatertag. Meine Tour beginnt um 8:00 Uhr morgens bei wunderschönem Wetter am Konstanzer Hafen. Die Sonne scheint, der Himmel ist wolkenlos, das Thermometer zeigt bereits 15°C und soll im Laufe des Tages noch um weitere 10°C steigen. Menschen sind hier im Hafenbereich nur vereinzelt unterwegs, wir sind im zweiten Monat des Coronalockdowns und die Stadt schläft noch. Ich verabschiede mich von der Imperia am Hafen und laufe vom Konzilgebäude zum Münster, zurück zur Dominikanerinsel mit dem Inselhotel und über die Rheinbrücke am Konstanzer Trichter zur Seestraße, die mich weg von der Altstadt bis zum Ende der Konstanzer Bucht am Hörnle führt. Hier herrscht schon deutlich mehr Betrieb, vor allem die ambitionierten Sportler sind um diese Uhrzeit auch schon unterwegs. Ich begegne einer Gruppe junger Studentinnen, die bereits im See schwimmen und jeder Menge Jogger, die mir zwischen Casino, Schmugglerbucht und Therme entgegenkommen. Auch am Naturstrandbad Hörnle herrscht schon rege Betriebsamkeit, obwohl hier offiziell noch Badeverbot besteht. Erst im Lorettowald bin ich wieder alleine in der Natur und kann nur noch das Zwitschern der Vögel vernehmen. Überhaupt werde ich bei meiner heutigen Vatertagswanderung keinem einzigen Bollerwagen begegnen und die Touristenströme sind bei noch geschlossenen Hotels und Grenzen auch noch nicht unterwegs – Coronazeiten.

Der Weg führt mich weiter zur Universität und von dort in den Mainauwald, wo ich schon bald den Biergarten St. Katharina erreiche. Das ehemalige Augustinerkloster ist idyllisch auf einer Lichtung gelegen und der Innenhof mit den schattenspendenden Kastanienbäumen lädt zum Verweilen ein. Der Biergarten selbst ist zwar coronabedingt aktuell nicht bewirtschaftet, kann aber dennoch genutzt werden. Nachdem mein Frühstück am Morgen lediglich aus einer Tasse Kaffe bestand ist es nun also Zeit für ein Picknick und mit selbstgebackenen Vinschger Fladenbrötchen, italienischer Salsiccia, Bergkäse und Orangen aus Sóller bin ich hierfür bestens vorbereitet. Ich genieße den Moment und in diesem schönen Ambiente fällt es mir tatsächlich schwer ans Wandern zu denken, aber schließlich mache ich mich doch auf und erreiche nach kurzem Abstieg durch den Mainauwald den Eingangsbereich zur Insel Mainau. Für einen kurzen Moment überlege ich, ob ich die heutige Etappe spontan verlängern und der Blumeninsel einen Besuch abstatten soll. Ich muss jedoch feststellen, dass der Zutritt zur Insel aktuell nur nach Voranmeldung möglich ist und so wird der Plan wieder kurzfristig verworfen. Ich werde ein andermal wieder vorbeischauen. So geht es weiter, hinauf nach Litzelstetten und von dort weiter aufwärts zum auf 508 m Höhe gelegenen Purren, der einen schönen Ausblick über den Überlinger See bietet.

Anschließend tauche ich in ein Waldgebiet ein, das ich erst am Olber oberhalb von Dingelsdorf wieder verlasse. Der Ausblick vom Olber ist sehenswert und so verharre ich einen kurzen Moment bevor ich Richtung Ziegelhof aufbreche, den ich kurze Zeit später erreiche. Hier ist es mir für eine weitere Rast jedoch zu laut und zu voll und so setze ich meinen Weg fort bis ich oberhalb des Teufelstischs den romantisch gelegenen Burghof Wallhausen erreiche. Es ist 14:30 Uhr und ich finde, Kaffee und Kuchen habe ich mir jetzt schon verdient. Ein Stück Birnenkuchen und eine Latte Macchiato später bin ich rundum glücklich und erneut fällt es mir schwer, mich von diesem schönen Ort wieder loszureißen. Ich bin jedoch mit Silke und Andrea, die mich auf den letzten vier Kilometern der heutigen Wanderung begleiten wollen, in einer Stunde am Kargegg verabredet und so breche ich schließlich wieder auf und befinde mich sofort in einer anderen Welt. Es geht über enge, wildromantische Pfade durch die Tobel am Bodanrück, vorbei an der im 17. Jahrhundert zerstörten Burghofruine, bis ich schließlich pünktlich den Golfplatz Kargegg erreiche, wo die beiden Damen soeben eingetroffen sind. Gemeinsam laufen wir auf dem letzten Abschitt über Blißengraben und Gumpenhorn, lassen Langenrain hinter uns und erreichen nach einer kurzweiligen Stunde das Ziel am Hof Höfen. Der Biergarten hat am Vortag wiedereröffnet und im Rahmen der Coronarichtlinien sind zunächst noch einige Formalitäten zu erledigen. Schließlich erhalten wir aber doch einen schönen Platz unter einem alten Nussbaum und können den Nachmittag hier gemütlich ausklingen lassen. Für mich gibt’s Schweizer Wurstsalat mit Bratkartoffeln und ein/zwei Radler – hochverdient und Corona zum Trotz – Prost!