24,7 km (Distanz)

124 m (Aufstieg)

133 m (Abstieg)

394 m (niedrigster Punkt)

440 m (höchster Punkt)

Höhenprofil (Klick zum Vergrößern):

Samstag, 18.07.2020

Heute geht es über die Halbinsel Höri von Stein am Rhein nach Radolfzell. Da ich am frühen Vormittag noch einen anderen Termin habe beginnt meine Etappe erst gegen 10:30 Uhr und in der romantischen Altstadt von Stein am Rhein ist gerade Markt. Die mittelalterlichen Fachwerkhäuser mit den wunderschönen Fassadenmalereien rund um den Rathausplatz sind beeindruckend und so verweile ich hier erst noch eine Weile bevor ich meine vorletzte Etappe auf dem Bodensee-Rundweg beginne. Bei herrlichem Wetter starte ich dann schließlich doch und habe bereits nach kurzer Zeit die Stadt hinter mir gelassen. Ich befinde mich auf dem Rhigüetliweg, der die Wanderer und Radfahrer Richtung Deutschland leitet. Nach wenigen Minuten ist die grüne Grenze erreicht, der Grenzübergang auf dem Wanderweg ist unspektakulär und nur durch ein Schild mit Schweizer Wappen und einer Schwarz-Gelben Stange markiert. Lediglich der Bodenbelag ändert sich von geteert zu geschottert, statt dem Kanton Schaffhausen ist nun wieder der Landkreis Konstanz für die Wege zuständig. Auch die Wegmarkierung ändert sich von nun an wieder, während auf Schweizer Seite neutrale gelbe Schilder den Wanderweg angezeigt haben ist von nun an wieder das Emailleschild mit dem Symbol des Bodensee-Rundwegs am Wegrand angebracht.

Über den Ortsteil Stiegen erreiche ich Öhningen. Ich wandere am Strandbad vorbei, immer in Ufernähe und gelange nach Kattenhorn. Der Weg führt mich zum Schloss Kattenhorn mit der 1520 erbauten Kapelle St. Blasius. Ein schmaler Uferweg am Schloss führt direkt zum Wasser, das Schloss selbst ist in Privatbesitz und für Besichtigungen nicht verfügbar. So marschiere ich weiter und muss aufgrund einer Baustelle vor Wangen die Straße überqueren und auf einem provisorisch angelegten Weg einige hundert Meter an der aufggerissenen Straße entlanglaufen, bis ich schließlich die Uferpromenade in Wangen erreiche. Das dahinter gelegene Hofcafé am Hofladen Bohner ist mir schon von früheren Mountainbiketouren über die Höri ein Begriff und da das Frühstück heute morgen ausfiel komme ich jetzt nicht an den selbstgebackenen Kuchen vorbei. Die freundliche junge Verkäuferin serviert mir eine Obstwähe mit Cappucino und ich genieße die Pause am Straßenrand. Frisch gestärkt geht es anschließend weiter, vorbei am Strandbad und am Campingplatz. Hinter Wangen beginnen die Obstanbaugebiete der diversen Hörihöfe, ein paar Brombeersträucher am Wegrand sind jedoch außerhalb der eingezäunten Areale und hängen voller reifer Früchte, der willkommene Nachtisch zu meiner Wähe. Ich passiere Schloss Marbach und gelange anschließend über Hemmenhofen nach Gaienhofen. Hier lebte Hermann Hesse von 1904 bis 1912 und der Literaunobelpreisträger hat entsprechende Spuren im Dorf hinterlassen. Ich komme zunächst am Hermann-Hesse-Haus und anschließend am Hesse-Museum vorbei bevor mich meine eigenen aktuellen Bedürfnisse innerhalb des Ortes weiterleiten: ich habe am wunderschön gelegenen Grillplatz am Wasserturm in Horn meine Rast geplant, die Grillwürste und den Senf habe ich schon im Gepäck, aber mit fehlen noch die Brötchen zum vollkommenen Grillvergnügen. Offensichtlich gar nicht so leicht, am Samstag auf der Höri noch Brötchen zu bekommen, der Hofladen in Wangen war diesbezüglich schon ausverkauft, die Bäckerei in Gaienhofen bereits geschlossen und als einzige Möglichkeit wird mir der Hörimarkt am Ortsende von Gaienhofen genannt. Dorthin pilgere ich nun und erhalte am frühen Samstagnachmittag gerade noch die letzten Brötchen im Sortiment. „Nach mir die Sintflut“ denke ich, packe meine Brötchen ein und gehe wieder Richtung Ufer über die Stehlwiesen zu meinem Wanderweg, der nun über schmale Pfade durch Wiesen und bewaldete Flächen in Ufernähe nach Horn führt. Am Hafen hat man einen schönen Überblick über den Untersee, zum Arenenberg auf Schweizer Seite und zur gegenüber liegenden Insel Reichenau.

Ich nehme den direkten Weg über die Hornstaaderstraße und Weiler Straße bergauf zur Grillstelle am Wasserturm. Zunächst einmal muss ich kurz den Turm besteigen und die Aussicht Richtung Zeller See, Radolfzell und Hegau sowie in östlicher Richtung zur Reichenau und nach Konstanz bewundern. An einem schönen Tag wie heute ein herrliches Panorama. Anschließend geht’s an’s Feuer machen an der dafür vorgesehenen Grillstelle. Mit dem mitgeführten Grillanzünder aus Holzwolle brennt das Feuer recht schnell und die Wurst am Spieß kann über der Glut in Ruhe vor sich hingrillen. Zum Verzehr geht’s wieder auf den Turm, denn das Auge isst ja bekanntlich mit, also kann die schöne Aussicht von da oben ja nicht schaden. Nach einer längeren Pause breche ich dann schließlich wieder auf, um die letzten Kilometer der Etappe zu absolvieren. Über Gundholzen erreiche ich Iznang, immer in Ufernähe mit Blick zu den Schilfflächen im Riedbereich und zur Mettnau auf der anderen Seite des Zeller Sees. Kurz vor Moos bietet die Aussichtsplattform über den Schilfgürtel hinweg noch einmal eine schöne Aussicht über den See zum Etappenziel nach Radolfzell. Anschließend geht es über Moos zum Damm der Radolfzeller Aachmündung, der die Höri mit Radolfzell verbindet. Am Ortseingang ist es nicht mehr weit bis zum Ziel, ich bleibe südlich der Bahnlinie und beende die Etappe schließlich am Spätnachmittag am Konzertsegel in Radolfzell.