32,8 km (Distanz)

585 m (Aufstieg)

433 m (Abstieg)

13 m (niedrigster Punkt)

256 m (höchster Punkt)

Höhenprofil (Klick zum Vergrößern):

Montag, 17.04.2017

Nach einem kurzen kontinentalen Frühstück mit Toast und Müsli in der Rowardennan Lodge begebe ich mich auf die dritte Etappe des West Highland Way, die zugleich die schwierigste und längste sein wird. Der Weg verläuft zunächst weiter am Ostufer des Loch Lomond, bis ich nach knapp zwei Kilometern eine Weggabelung erreiche, bei der sich der Weg in einen höher gelegenen Forstweg und einen nahe am Ufer gelegenen schmalen Pfad teilt. Ursprünglich waren beide Wegstrecken offizielle Abschnitte des West Highland Way, nach Renovierungsarbeiten am Uferweg gilt dieser seit 2016 jedoch nunmehr als offizieller Streckenabschnitt zwischen Rowardennan und Inversnaid, so dass ich dem WHW-Wegweiser Richtung Uferpfad folge.

Die Wetterverhältnisse an diesem Ostermontag sind stabil, der felsige Uferpfad ist aufgrund der Regenfälle vom Vortag jedoch nicht ganz so einfach zu begehen. Insbesondere die kurzen An- und Abstiege am Ufer über Wurzeln und Felsen erfordern aufgrund der Bodenverhältnisse Trittsicherheit und so komme ich auf den ersten 20 km dieser „Ü-30-Tour“ bis zum Ende des Loch Lomond nur sehr langsam voran. Dennoch bieten sich am Ufer immer wieder schöne Ausblicke auf den See und das gegenüberliegende Westufer.

Nach etwa vier Kilometern komme ich an den Überresten von Rob Roys Gefängnis vorbei, in dem er seine Geiseln gefangen gehalten haben soll. Ob die Geschichte stimmt, ist nicht zu eruieren, aber man fühlt sich doch sogleich an den entsprechenden Spielfilm von 1995 mit Liam Neeson und Jessica Lange erinnert. Weiter geht es durch die Eichenwälder am Loch Lomond bis Inversnaid, wo zunächst die Brücke über die Wasserfälle des Snaid Burn zu passieren ist, bis ich vor dem viktorianischen Hotel von Inversnaid stehe. Hier ist das erste Drittel der heutigen Tour geschafft.

Kurz hinter Inversnaid verläuft der Weg erneut als schmaler Uferpfad. Nach kurzer Zeit erreiche ich Rob Roys Höhle, der ich einen kurzen Besuch abstattete. Bis zum Flüsschen Allt Rostan sind weiterhin schwierige Wegpassagen über „Stock und Stein“ zu bewältigen und so bin ich froh, als die letzte Strecke dieses Abschnitts zwischen der Doune Farm und der Beinglas Farm bei Inverarnan deutlich einfacher wird. Ich habe Loch Lomond hinter mir gelassen und genehmige mir erst mal eine Pause an der Bar der Beinglas Farm, wo ich mit einem großen Lemon Soda den Durst stillen und einem zusätzlichen Orangensaftschorle die zwischenzeitlich leeren Wasserflaschen auffüllen kann.

Anschließend mache ich mich auf breiten, teils guten und teils auch noch sehr matschigen Pfaden durch das Glen Falloch Richtung Crianlarich auf, wo ich am frühen Abend in meiner reservierten Unterkunft im Youth Hostel ankomme. Mit eigenem Bad und Dusche ist mein Jugendherbergszimmer relativ komfortabel, und ich falle nach dem Duschen und einem Abendessen mit „Steak & Ale-Pie“ ziemlich müde nach der Tagestour gerne rasch in mein Bett.