Sardona-Welterbe-Weg Etappe 3: SAC Spitzmeilenhütte nach Weisstannen

Details:

16,9 km (Distanz)

187 m (Aufstieg)

1.293 m (Abstieg)

981 m (niedrigster Punkt)

2.274 m (höchster Punkt)

Höhenprofil:

Höhenprofil

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Donnerstag, 11.08.2022

Am frühen Morgen bin ich einer der ersten beim Frühstück auf der Spitzmeilenhütte. Müsli und Kaffee sind vorerst ausreichend und erneut ist wunderschönes Wanderwetter vorhergesagt. Unschön ist jedoch das Gerücht von der Wegsperrung auf Etappe 4 des Sardona-Welterbe-Weg zwischen Weisstannen und der Sardonahütte. Angeblich sei auf dem Weg von Weisstannen zum Batöni bei einem Unwetter in der vorigen Woche eine Brücke zerstört worden und nun habe man wegen Reparaturarbeiten den Weg gesperrt. Tatsächlich ist der entsprechende Wegabschnitt online als gesperrt verzeichnet, während erzählt wird, dass die Passage trotz Wegsperrung problemlos begehbar sei. Weitere Informationen erhalte ich hier nicht und so beschließe ich, mich erst mal um den heutigen Wandertag zu kümmern.

Der Weg führt mich zunächst in sanftem Aufstieg nach Südwesten. Auf einem Höhenweg umrunde ich den markanten Spitzmeilen, über dessen Nordseite ich am Vortag vom Wissmeilenpass meine Unterkunft erreicht habe. Ich bin wieder mutterseelenallein unterwegs und froh, dass mir mein getaptes Sprunggelenk keinerlei Probleme bereitet. Ein paar Schafe weiden hier oben, aber ansonsten ist niemand zu sehen und ich genieße die Ruhe, das herrliche Wetter und die Aussicht über die Berggipfel hier in den St. Galler Alpen. Auf dem Hochplateau ist der Wanderweg nicht immer einfach zu finden und ich benötige gelegentlich GPS-Unterstützung, um wieder auf den Trail zurückzufinden. Zum Glück ist das Gelände hier völlig unproblematisch und so spielt es keine Rolle, wenn ich kurzzeitig vom Weg abgekommen bin.

Schließlich erreiche ich das erste Zwischenziel am Bergsattel des Schönbüelfurggel auf 2.204 m. ü. M. Vor mir liegt erneut die Kantonsgrenze nach Glarus mit einem Weg abwärts ins Chrauchtal im Westen. Mein Weg führt jedoch weiter nach Süden entlang der Kantonsgrenze auf St. Galler Seite. Ich genieße noch für einen Moment den Ausblick zu den Berggipfeln im Glarnerland und gehe dann weiter auf dem Höhenweg in leichtem Auf und Ab zum Fansfurggla auf 2.274 m. ü. M. Hier ist der höchste Punkt des Tages erreicht, es folgt ein steiler Abstieg über einen schmalen Bergweg in den Talkessel zur Alp Obersiezsäss. Bei schlechtem Wetter mit regennassem Untergrund ist der Abstieg sicher eine Herausforderung, bei strahlendem Sonnenschein heute jedoch in gemütlichem Tempo gut zu bewältigen.

Bei der Alp Obersiezsäss angekommen geht der Bergweg in eine flachere Alpstraße über, die mich durch den Siezwald nach Untersiez führt. Ich bin im Weisstannental angekommen und der Weg wird zunehmend flacher. Ich erreiche die Alpwirtschaft Vorsiez, die einladend am Wegrand steht. Das Frühstück war eher spärlich, ist schon ein paar Stunden her und es ist nicht mehr weit bis zu meinem heutigen Ziel, daher beschließe ich hier einzukehren. Ein Blick auf die Speisekarte bekräftigt meine Entscheidung und ich bestelle eine Bündner Gerstensuppe, dazu eine Rivella und noch einen Kaffee hinterher und meine Kniegelenke sind dankbar für die Pause nach dem Abstieg ins Tal. Nach der ausgiebigen Pause in der Alpwirtschaft breche ich schließlich wieder auf und gehe die letzten Kilometer über einen gut ausgebauten Wanderweg am Steinbocklehrpfad an der Seez entlang nach Weisstannen. Am Ortseingang begegnen mir ein paar Wanderer, die gerade vom Batöni nach Weisstannen abgestiegen sind und ich befrage sie nach dem gesperrten Wanderweg. Sie bestätigen mir, dass man problemlos auf dem Weg gehen könne, es werden eben Reparaturarbeiten an einer Brücke durchgeführt. Da der Gufelbach aber wenig Wasser führt könne er auch ohne die Brücke gut überquert werden. Das wäre also auch geklärt und so kann ich entspannt in meiner heutigen Unterkunft im Hotel Gemse in Weisstannen einchecken. Ich freue mich sehr, nach zwei Hüttenübernachtungen heute ein eigenes Zimmer mit Bad und Dusche zu haben. Zum Abendessen gibt es mit Bergkäse überbackene Rösti mit Spiegelei und Salat, den Abend verbringe ich mit Lesen und gehe recht früh zu Bett, da mich morgen eine Etappe mit 1.800 Metern Aufstieg erwartet.

Bildergalerie:

Sardona-Welterbe-Weg Etappe 2: Murgseehütte zur SAC Spitzmeilenhütte
Sardona-Welterbe-Weg Etappe 4: Weisstannen zur Sardonahütte SAC