26,0 km (Distanz)

580 m (Aufstieg)

588 m (Abstieg)

164 m (niedrigster Punkt)

374 m (höchster Punkt)

Höhenprofil (Klick zum Vergrößern):

Mittwoch, 02.06.2021

Bei stabiler Wetterlage mit viel Sonnenschein geht es auf die zweite Etappe am Mullerthal Trail, die mich zunächst zum Echternacher See führt. Ich werde von Gänsen und Schwänen begrüßt und gelange nach kurzer Zeit zur Stadtgrenze von Echternach. Ich streife den Stadtrand und befinde mich schon bald wieder außerhalb auf einem kopfsteingepflasterten Weg, der mich aufwärts zum Aussichtspunkt Troosknäppchen bringt. Hier eröffnet sich ein herrlicher Blick über Echternach bis nach Deutschland und ich verweile ein wenig, um die schöne Aussicht zu genießen. Nicht weniger attraktiv geht der Weg weiter durch den Wald bis zur Paulsplatte, der nächsten Aussichtsplattform oberhalb der Wolfsschlucht, die ich kurze Zeit später durchquere. Der Legende nach soll in der Schlucht ein Schatz versteckt sein, der von einem schwarzen Hund mit funkelnden Augen bewacht wird, mir begegnen bei der Passage der wildromantischen Schlucht jedoch nur ein paar Wanderer. Die etwa 50 Meter aufragenden Felswände in der Wolfsschlucht lassen sich zum Teil auch über Steintreppen erklimmen und bieten erneut Ausblicke über das Sauertal hinaus bis nach Deutschland.

Es geht weiter durch den so typischen Buchenwald mit imposanten Sandsteinfelsen, durch die sich der Pfad hindurchschlängelt. Ich passiere die Sigelbach-Schutzhütte und von nun an ist der Aesbach mein Begleiter, dem ich über Brücken und Holzstege zum Felsenlabyrinth und der Felsformation Perekop folge. Ich gelange zur Hohllay, einer Felsenhöhle aus der im Mittelalter die Mühlsteine für das Umland gebrochen wurden, noch heute kann man die entsprechenden Spuren im Fels entdecken. Dank des nahgelegenen Wanderparkplatzes ist der Besuch der Höhle auch ohne vorherige Wanderung über Wurzelpfade und Steinfurten möglich und so kommen mir die wenigen Menschen, die mir nach der Höhlendurchquerung begegnen im Vergleich zur ansonsten eher einsamen Wanderung durch die Region der Kleinen Luxemburger Schweiz fast schon wie Touristenhorden vor. Nach kurzer Zeit bin ich jedoch wieder alleine auf dem Trail, der mich nun über einen Wirtschaftsweg zur Ortschaft Berdorf führt. Nachdem ich den kleinen Ort hinter mir gelassen habe biegt der Weg nach Süden ab und führt über ein paar Stufen hinab in das Roitzbachtal.

Der Roitzbach hat sich hier tief in die Felslandschaft eingegraben, das Tal wird schmaler und die Felsen höher, der Trail führt über Holzstege und eine Hängebrücke durch das Tal hindurch, vorbei an den Felsformationen Adlerhorst, Räuberhöhle und Teufelsinsel. Über die enge Roitzbachschlüff gelange ich zum Tor der Hölle, eine begehbare Spalte, die etwa 50m in den Fels hinein führt. Ich passiere die Binzeltschlüff, eine weitere imposante Felsenlandschaft und erreiche direkt an der Nationalstraße nach Berdorf den Predigtstuhlfelsen. Hier führt der Trail mitten durch das beeindruckende Felsmassiv Werschrummschlüff; ich steige die steilen und engen Felsstufen zwischen den massigen Felswänden empor und passiere ein Felsentor. Ich bin nun mitten im Mullerthal und auch wenn die Felsformationen hier zunehmend kleiner werden ist die Wanderung durch den naturbelassenen Laubwald nicht minder schön. Schließlich erreiche ich in Mullerthal mein Zwischenziel, unsere Unterkunft am Hotel „Le Cigalon“, so dass ich hier praktischerweise erst einmal eine Ruhe-, Trink- und Toilettenpause im Hotel einlegen kann.

Der letzte Teil meiner heutigen Wanderung, zu dem ich mich nach einer knappen Stunde Pause wieder aufmache, entwickelt sich zu einer gemütlichen Wanderung durch das Mullerthal nach Norden. Ich wandere am gegenüberliegenden Ufer im Wiesengrund der Schwarzen Ernz wieder talauswärts, immer am Waldrand entlang, bis ich zum herrschaftlichen Anwesen Haardhaff gelange. Der Weg zweigt hier nach Westen ab und führt auf einem Waldpfad über Steine und Wurzeln durch das enge Felsental am Haupeschbach. Ich erreiche einen kleinen See und kann mein Etappenziel schon erkennen; einige Minuten später bin ich an der Burgruine Beaufort angekommen. Den Abend lasse ich mit Silke im Hotel ausklingen, wo wir als einzige Hotelgäste von den Gastgebern mit einem hervorragenden 3-Gang-Menü verwöhnt werden.