29,5 km (Distanz)

674 m (Aufstieg)

491 m (Abstieg)

160 m (niedrigster Punkt)

390 m (höchster Punkt)

Höhenprofil (Klick zum Vergrößern):

Dienstag, 01.06.2021

Es ist wieder soweit. Seit November waren wir im mehr oder weniger strikten pandemiebedingten Lockdown. Jetzt sieht die Coronalage wieder etwas rosiger aus und ich habe Lust auf meine erste kleine Fernwanderung im Jahr 2021. Während in Deutschland freizeitbedingte Übernachtungen nur unter erschwerten Bedingungen möglich sind haben wir in Luxemburg unser Hotel drei Wochen zuvor gebucht und so sind Silke und ich gestern bereits angereist und haben als einzige Gäste im Hotel „Le Cigalon“ in Mullerthal die Nacht verbracht. Nach dem Frühstück brechen wir auf Richtung Echternach, wo wir am Ortsende auf die Nationalstraße N 10 einbiegen, der wir bis zu einem kleinen unscheinbaren Parkplatz am Ufer der Sauer kurz vor Steinheim folgen. Silke begleitet mich nur zu Beginn dieser ersten Etappe, die uns mit einem kurzen Anstieg auf einem schmalen Pfad auf der gegenüberliegenden Straßenseite in den Wald hineinführt. Nach kurzer Zeit sind die ersten bizarren Sandsteinfelsen am Trail zu erkennen, ich wandere durch einen Urwald über Wurzeln und umgestürzte Bäume, umgeben von Farn und moosbedeckten Felsbrocken und immer wieder begegnen mir diese krassen Felsformationen am Wegrand. Nach einem kurzen asphaltierten Wegstück betrete ich einen Buchenwald und komme auf dem naturbelassenen Pfad gut voran. Der Trail führt über Felsstufen und ich frage mich nicht zum letzten mal auf dieser Tour, wer die wohl wann und unter welchen Umständen hier angelegt hat. Ich passiere die Felsformationen Veitcheslay, Roudeschlëff und Alkummer und erreiche schließlich eine kleine Lichtung, die den Blick nach Rosport eröffnet.

Kurze Zeit später durchquere ich den kleinen Ort an der deutsch-luxemburgischen Grenze und gelange über einen Treppenaufstieg zur Église Saint-Michel. Hinter der Kirche führ der Weg in den Schlosspark und von dort zum Musée Tudor, auch als Château de Rosport bekannt, der Heimat des luxemburgischen Erfinders Henri Tudor. Ich passiere das Museum und tauche kurze Zeit später wieder in den Wald ein, der mich in südlicher Richtung nach Girsterklaus führt, einem kleinen Ortsteil von Rosport. Von weitem schon ist der stattliche Turm der Wallfahrtskapelle zu erkennen und ich würde gerne an dem kleinen Rastplatz im Schatten der Kapelle eine Pause einlegen, doch hier haben sich bereits drei Polizisten zu ihrer Mittagspause niedergelassen und ich möchte die lokalen Gesetzeshüter dabei nicht stören. So marschiere ich noch ein paar Minuten weiter und erreiche einen weiteren Rastplatz am Waldrand, den ich zu einer kurzen Erholungs- und Trinkpause nutze.

Bei schönem Sommerwetter setze ich meinen Weg fort und gelange über einen Waldweg in eine Tobellandschaft am Girsterbach. Über die im Wasser liegenden Steine erreiche ich die ander Seite und wandere aufwärts zum Tobelausgang in der Nähe der Ortschaft Girst. Es geht weiter über unschwere Waldwege bis Moersdorf, hier wechselt das Terrain und ich wandere auf einem Wiesenweg und im weiteren Verlauf auf Asphalt aufwärts zu einer Hochebene. Windkraftanlagen kennzeichnen die Landschaft hier und überall ist das Brummen landwirtschaftlicher Geräte von den umliegenden Wiesen und Feldern zu vernehmen. Ich erreiche Mompach und folge der Durchgangsstraße zum Ortsende und gelange schließlich über Feldwege vorbei an Weideflächen zum Weiler Herborn, wo die Église Saint-Jacques schon von weitem aus dem Ortsbild hervorsticht. Über einen Wiesengrund erreiche ich das Naturwaldreservat Hierberbësch und von hier aus geht es auf Forstwegen durch den Wald bis zum Etappenziel am Gehöft Frombuerg. Silke erwartet mich am Ende dieser schönen Auftaktwanderung und gemeinsam besorgen wir uns auf der Heimfahrt zum Hotel noch ein paar Tapas und eine große Portion Ben & Jerry`s „Netflix & Chilll’d“ zum Abendessen.