28,4 km (Distanz)

605 m (Aufstieg)

638 m (Abstieg)

853 m (niedrigster Punkt)

1.160 m (höchster Punkt)

Höhenprofil (Klick zum Vergrößern):

Dienstag, 20.08.2019

Nach einem Frühstück mit Kaffee und frischen Honigbrötchen im Landgasthof Kaiserkrone in Elmen breche ich auf und erneut werde ich von trübem, regnerischem Wetter begrüßt. Ich muss zunächst wieder von Elmen ans gegenüberliegende Lechufer und so führt mich mein Weg erst einmal zurück zum Naturparkhaus Klimmbrücke, ehe ich oberhalb von Klimm wieder den Lechweg erreiche. Nach einem kurzen Aufstieg befinde ich mich auf dem Panoramaweg, der schöne Ausblicke zurück nach Elmen und ins Lechtal bietet, das sich heute jedoch wolkenverhangen und mit dichten Nebelschwaden präsentiert. Auf einem Güterweg geht es weiter durch einen Buchenmischwald bis zur ehemaligen Bergstation des Skiliftes Vorderhornbach. Eigentlich war mein Plan, die Etappe hier um den Aufstieg zum Baichlstein zu verlängern, um von der dortigen Porta Alpina den Ausblick auf den Lechzopf zwischen Stanzach und Vorderhornbach zu genießen. Doch der Baichlstein ist von Wolken verhüllt und an Aussicht vom Berg ist nicht zu denken. So bleibe ich auf dem Lechweg und steige zunächst nach Vorderhornbach ab.

Der Weg führt gut markiert durch den Ort bis zu einem Feldweg, der mich zur Lechbrücke bringt. Ich überquere den Fluss und laufe entlang des Lechufers bis nach Stanzach. Kurz darauf kann ich bei einem überdachten Rastplatz die typische Wildflusslandschaft des Lechs mit den charakteristischen Schotterbänken ausmachen. Hier beginnt der sogenannte Lechzopf, dessen Bezeichnung auf den markanten Flussverlauf zwischen Stanzach und Forchach in Form eines Zopfes zurückzuführen ist. Immer wieder muss ich hier meinen Wanderrhythmus unterbrechen, um vom Lechweg auf die Schotterbänke zu treten und die wilde Flusslandschaft von nahem zu bewundern. Eine Gruppe von Kanufahrern ist ebenfalls flussabwärts unterwegs und begegnet mir mehrfach zwischen Stanzach und Forchach, wo ich auf Höhe des Ortes aufgrund von Waldarbeiten ein kurzes Stück vom Lechweg umgleitet werde. Die Umleitung ist jedoch gut ausgeschildert und führt direkt zur Forchacher Hängebrücke, von der ich nochmals die tolle Aussicht auf die wilde Flusslandschaft des Lechs genießen kann.

Auf dem nächsten Abschnitt dieser Flachetappe nimmt der Regen wieder zu und meine Ausrüstung darf ihre Wettertauglichkeit unter Beweis stellen. Am idyllisch gelegenen Baggersee Dreibrunnen erreicht mich inmitten eines Regenschauers die Nachricht einer Freundin, die ihre Verlobung im fernen Neuseeland bekanntgibt und so ignoriere ich die geöffneten Himmelsschleußen und freue mich mit ihr. Nachdem ich per WhatsApp gratuliert habe setze ich meinen Weg fort und als ich schließlich Weißenbach erreiche lässt auch der Regen wieder nach. Das feiere ich spontan mit einem Eis vom Kiosk, den ich gerade passiere und nun fehlt mir zu meinem Glück im Land der Mehlspeisen eigentlich nur noch ein Kaiserschmarrn, von dem ich schon seit Beginn meiner Lechwegwanderung träume.

Der Schlussabschnitt dieser Etappe ist bei diesen Tagträumen schnell absolviert und so gelange ich schließlich nach Wängle bei Reutte und über einen kurzen Anstieg auf einer Asphaltstraße zum Ortsteil Holz, in dem sich mein heutiges Etappenziel, das Naturhotel LechLife befindet. Nach dem einchecken und duschen nur nochmal kurz ausruhen und dann geht es schon zum Abendessen – heute gibt es Kaiserschmarrn 🙂