27,7 km (Distanz)

838 m (Aufstieg)

965 m (Abstieg)

968 m (niedrigster Punkt)

1.282 m (höchster Punkt)

Höhenprofil (Klick zum Vergrößern):

Montag, 19.08.2019

Über Nacht ist der vorhergesagte Wetterwechsel eingetreten, die Welt ist grau in grau und das „Genusswandern“ der ersten beiden Tage scheint beendet zu sein. Aber da es ja bekanntlich beim Wandern kein schlechtes Wetter gibt lasse ich mich von den Regentropfen zum Etappenstart nicht aufhalten und beginne zuversichtlich die Tour, die mich nach Elmen in Tirol führen wird. Den Weg über die Holzgauer Hängebrücke hatte ich schon am Vortag gewählt und so befinde ich mich nun auf der Originalroute des Lechwegs ab Holzgau, der durch die Höhenbachschlucht zum Simmswasserfall führt. Schon nach wenigen Minuten durchschreite ich das Höhenbachtal und hoch über mir taucht die Holzgauer Hängebrücke im trüben Morgennebel auf. Wie gut, dass ich sie schon gestern bei schönstem Wetter überquert habe. 

Es geht weiter auf einem Güterweg zum Simmswasserfall, der vom Höhenbach gespeist wird und in zwei Kaskaden ca. 30 Meter in die Tiefe fällt. Hier treffe ich auf eine junge Wanderin, die in diesen frühen Morgenstunden bereits von der Kemptner Hütte auf dem E5 Richtung Holzgau abgestiegen ist. Wir tauschen uns kurz aus, schießen gegenseitig ein paar Fotos und wünschen uns viel Glück auf unserer weiteren Wanderung. Diese führt für mich zunächst um den Wasserfall herum, bis ich plötzlich am oberen Ende stehe und den ruhig dahinfließenden Höhenbach vor der Fallkante beobachten kann. Wenig später erreiche ich das Café Uta, eine Jausenstation im Höhenbachtal an der sich in diesen frühen Morgenstunden noch keine Menschenseele regt. Für mich ist das Café somit nichts weiter als der Umkehrpunkt bei meiner Wanderung durch die Höhenbachschlucht, denn hier macht der Lechweg eine Kehrtwende und führt über einen Steig zum Weiler Schiggen oberhalb von Holzgau.

Trotz des trüben Wetters sind die Ausblicke zurück nach Holzgau, ins Lechtal und in die umgebende Bergwelt sehenswert und so genieße ich die Wanderung über die Almwiesen des Weilers, bis ich auf einem Forstweg in einen Fichtenwald gelange. Der Lechweg zweigt hier nach rechts ab und auf einem kleinen Pfad geht es auf und ab, bis ich einen Aussichtspavillon oberhalb von Stockach erreiche. Hier eröffnet sich ein Ausblick ins Lechtal und zur Stockacher Lechbrücke. Der Weg führt bergab bis zur Lechbrücke und von dort weiter über Bach nach Elbigenalp. Wie in Holzgau finden sich auch hier noch viele Bauernhäuser, die mit Lüftlmalereien verzierte Fassaden aufweisen. Der kleine Ort im mittleren Lechtal ist außerdem der Geburtsort von Anna Knittel, die 1858 im Alter von 17 Jahren einen Adlerhorst in einer Felswand aushob, um Angriffe der Adler auf die Schafherden im Dorf zu verhindern. Berühmt wurde die Anekdote erst mit der Veröffentlichung 1875, in der die Geschichte zum dramatischen Heimatroman „Geierwally“ aufgebauscht wurde. Dementsprechend findet sich hier im Schnitzerdorf Elbigenalp neben der Geierwally-Freilichtbühne auch ein geschnitztes Denkmal, das die Besucher Willkommen heißt.

Von Elbigenalp geht es weiter über Häselgehr ins Lochtal, hier zweige ich vom Lechweg ab, um zu meinem Etappenziel nach Elmen zu gelangen. Über den Vorort Klimm, der aus ein paar Häusern besteht, wandere ich zur Klimmbrücke Elmen, die das Naturparkhaus mit Sitz der Naturparkverwaltung beherbergt. Nachdem ich dem Infocenter im Naturparkhaus einen kurzen Besuch abgestattet und die Lechbrücke überquert habe sind es nur noch ein paar Minuten, bis ich an meinem Etappenziel in Elmen angekommen bin. Über einen kurzen Umweg zum Edelbach-Wasserfall am Ortsende erreiche ich schließlich meine Unterkunft im Landgasthof Kaiserkrone in Elmen.