30,9 km (Distanz)

664 m (Aufstieg)

1.037 m (Abstieg)

1.087 m (niedrigster Punkt)

1.579 m (höchster Punkt)

Höhenprofil (Klick zum Vergrößern):

Sonntag, 18.08.2019

Herrliches Sommer-Sontagswetter erwartet mich schon am frühen Morgen und so kann ich ob der schlechten Vorhersage für die Folgetage die heutige Ü-30-Tour unbeschwert beginnen. Von meiner Unterkunft marschiere ich zunächst durch den mondänen Wintersportort Lech, bis ich am südlichen Ortsende den Waldrand erreiche. Der Weg unterquert die Rüfikopf-Seilbahn und verläuft oberhalb von Lech am Waldrand entlang bis zum Walkerbach, über den beim Ortsteil Stubenbach eine kleine Holzbrücke führt. Im weiteren Verlauf hat sich der Lech tief in den Fels gegraben und so wandere ich ab Stubenbach durch eine faszinierende Tobellandschaft oberhalb der Lechschlucht. Es geht über Almen und durch Waldgebiete und immer wieder bieten sich Blicke in die Schlucht mit ihren senkrechten Felswänden. Nach etwa sieben Kilometern führt der Weg abwärts zum Lech, der auf der Geisbrücke überquert wird.

Nun geht es auf der anderen Seite der Lechschlucht wieder bergauf bis zum Walserdorf Warth, der höchstgelegenen Vorarlberger Gemeinde auf 1.495 m. Nach einer kurzen Verschnauf- und Trinkpause wandere ich weiter aufwärts, bis ich am Krumbach die Landesgrenze zwischen Vorarlberg und Tirol passiere. Nach kurzer Zeit und einigen weiteren Höhenmetern erreiche ich den Bio-Bergbauernhof Gehrnerhof in Gehren, wo mir bei Lisl’s Terrasseneinkehr die Hausherrin ihren hausgemachten Hefezopf mit frischer Bio-Butter und Zwetschgenröster samt Kräuterlimonade aus Eigenproduktion kredenzt. Bei der bestehenden Mittagshitze fällt es mir nicht schwer, etwas länger auf der schattigen Terrasse zu verweilen und so gesellt sich noch der Hausherr zu mir, um mich über meine bevorstehende Wanderung zu befragen.

Nachdem ich gut gestärkt wieder aufbreche, muss ich ein kurzes Stück auf Asphalt zurücklegen, ehe ich den Wanderweg erreiche, der mich nach Lechleiten führt. Hier verläuft der Lechweg entlang der Südflanke des Biberkopfes auf einem Panoramaweg oberhalb der Lechschlucht. Immer wieder lässt sich im Wald das Rauschen des Flusses in der Tiefe vernehmen und gelegentlich blitzt der Fluß zwischen den Bäumen auf. Vor Prenten erreiche ich die alte Bundesstraße, die mich in Serpentinen hinab zum Lech führt. Von nun an geht es auf Höhe des Flusses im Lechtal weiter und über Prenten und Welzau komme ich nach Steeg, wo ich in der Ortsmitte bei der Naturkäserei Sojer eine Pause einlege. Bei den heutigen Temperaturen kommt der sonntägliche Eisverkauf in der Käserei gerade recht und das hausgemachte Heidelbeer-Topfen-Eis schmeckt hervorragend.

Von Steeg ist es nun nicht mehr weit bis zu meinem Tagesziel Holzgau und da ab dem kommenden Tag deutlich schlechtere Wetterbedingungen vorhergesagt sind beschließe ich, die spektakuläre Holzgauer Hängebrücke, die ich eigentlich auf meiner Tour am morgigen Vormittag überqueren wollte, schon heute mit ins Programm zu nehmen. Über einen kurzen Aufstieg gelange ich schließlich ans westliche Brückenende und schaue mir die 200 Meter lange Brücke und die 100 Meter tiefer liegende Höhenbachschlucht erst einmal respektvoll an. Die ersten Schritte auf der schwankenden Hängebrücke gehe ich zunächst noch vorsichtig, dann gewöhne ich mich an das Schwanken und an die tolle Aussicht und überquere die Brücke ein paarmal. Da ich schon mehrfach eingekehrt bin werde ich das Abendessen heute nicht auch noch im Restaurant, sondern hier an diesem eindrucksvollen Ort zu mir nehmen. Am östlichen Brückenende bietet sich hierfür ein überdachter Rastplatz an und bei diesem schönen Sommertag hätte es wahrscheinlich sowieso nirgendwo besser geschmeckt als hier am Waldrand mit Blick zur Hängebrücke in der freien Natur. Ich genieße mein Essen, den Tag und den Ausblick und breche erst sehr viel später zu meiner Unterkunft im unter mir im Lechtal liegenden Holzgau auf.