17,4 km (Distanz)

191 m (Aufstieg)

589 m (Abstieg)

1.458 m (niedrigster Punkt)

1.931 m (höchster Punkt)

Höhenprofil (Klick zum Vergrößern):

Samstag, 17.08.2019

Der offizielle Startpunkt des Lechwegs liegt zwischen Formarinalpe und Formarinsee auf 1.871 m, von hier geht es auf dem Lechweg zunächst etwa 14 Kilometer sanft bergab bis nach Lech am Arlberg. Den unmittelbar hinter dem Startpunkt liegenden Formarinsee, der im Oktober 2015 im österreichischen Fernsehen zum schönsten Platz Österreichs gewählt wurde, würde man gar nicht zu Gesicht bekommen wenn man dem offiziellen Tourverlauf der ersten Etappe folgen würde und so kümmere ich mich nicht weiter um die offizielle Route, sondern schließe einen Rundweg um den Formarinsee in den Prolog mit ein. Dies beinhaltet eine Verlängerung meiner ersten Tagesetappe auf 17,4 Kilometer und einen Zugewinn von unglaublich schönen Eindrücken dieser alpinen Landschaft rund um den See. Ich werde auf dieser ersten Etappe bei schönem Wetter von Silke begleitet und gemeinsam beschließen wir, dass wir den Rundweg um den Formarinsee zunächst im Uhrzeigersinn bestreiten und somit den weiß-blau-weiß markierten und teilweise exponierten Alpinweg zur Freiburger Hütte aufsteigen. Ein Schild mit der Aufschrift „Felsensteig – nur für Geübte“ weist uns den Weg und schon bald kommt der Formarinsee unter uns in Sicht. Das türkisblaue Seewasser und die namensgebende rötliche Färbung der dahinter gelegenen Roten Wand bilden wunderschöne Kontraste in der Gebirgslandschaft und werden durch die tiefstehende Sonne am frühen Morgen noch akzentuiert.

Der Weg ist schmal und teilweise etwas ausgesetzt, aber an schwierigen Stellen mit Metallklammern und Stahlseilen gesichert und für trittsichere und schwindelfreie Wanderer ohne größere Probleme zu begehen. Nach ca. 20 Minuten erreichen wir den höchsten Punkt der gesamten Tour, die Freiburger Hütte auf 1.931 m. Es ist Zeit für’s Frühstück und bei frischem, selbstgebackenem Mohnkuchen mit Kirschen und einer Tasse Milchkaffe auf der Aussichtsterrasse mit Blick zu den Berggipfeln des Lechquellengebirges sowie dem dahinter gelegenen Montafon und dem Walgau werden die Lebensgeister geweckt. Von der Freiburger Hütte geht es dem Uhrzeigersinn folgend auf einem nun breiten Wanderweg wieder abwärts zum Ausgangspunkt bei der Formarinalpe, wo wir jetzt den offiziellen Lechweg betreten.

Schon bald erreichen wir das Steinbockdenkmal, das an die Wiederansiedelung des Steinwildes im Jahr 1958 erinnert. Hieraus hat sich bis heute im Lechquellengebirge die größte Steinbock-Kolonie Europas entwickelt, aber leider bekommen wir die imposanten Tiere nicht zu Gesicht. Oberhalb der Baumgrenze verläuft der Lechweg zunächst durch Almwiesen und wird schon bald von kleineren Latschenkiefern gesäumt. Inzwischen hat sich ein leises Plätschern eingestellt und wir stellen fest, dass sich der Formarinbach ganz unscheinbar unserem Wanderweg angeschlossen hat. Allmählich nimmt das Bächlein an Größe und Volumen zu und vereinigt sich in der Waldzone mit dem Spullerbach zum Lech, der schon bald seinen Wildflusscharakter offenbart. Der mäandrierende Verlauf des Flusses macht im enger werdenden Tal an manchen Stellen die Absicherung des Wanderweges erforderlich, was durch die Konstruktion von kleineren Holzbrücken und Holzstegen, die sich nahtlos in das Landschaftsbild einpassen, gelungen ist.

Wir erreichen das Untere Älpele auf 1.562 m und kehren im Gasthaus Älpele ein, wo ich mir einen Apfelstrudel mit Vanillesauce und einen Krug frischer Buttermilch zur Stärkung gönne. Der schönste Teil der Anfangsetappe liegt hinter uns und der Lechweg muss schon bald einem Golfplatz weichen, der die schönsten Areale am Lechufer für sich beansprucht. Wir müssen mit dem Wanderweg den Golfplatz umrunden und gehen dafür über Schotterbänke hangaufwärts in den Wald hinein, bis wir den kleinen Ort Zug mit seinem Fischteich und dem dazugehörigen Fischerstüble erreichen. Hier werden Forellen und Saiblinge fangfrisch zubereitet und so bietet es sich an, das Abendessen gleich hier einzunehmen. Es gibt gebackene Forelle mit Kartoffelsalat und Chutney und eine ausgiebige Ruhepause, um die Eindrücke dieses ersten Wandertages noch einmal sacken zu lassen, bevor wir uns anschließend zur Unterkunft nach Lech am Arlberg aufmachen.