26,1 km (Distanz)

576 m (Aufstieg)

334 m (Abstieg)

216 m (niedrigster Punkt)

624 m (höchster Punkt)

Höhenprofil (Klick zum Vergrößern):

Donnerstag, 31.05.2018

Der Oberharz zählte einst vom 16. bis ins 19. Jahrhundert zu den bedeutendsten Erzrevieren Deutschlands, in dem Silber, Kupfer, Blei und Eisen verhüttet wurde und so verläuft der Harzer-Hexen-Stieg vom niedersächsischen Osterode über den Hundscher Weg auf die Clausthaler Hochfläche zunächst auf alten Erztransportpfaden. Bei sommerlichen Temperaturen beginne ich an diesem Donnerstagmorgen meine Tour durch den Harz in Osterode und da für den frühen Nachmittag mögliche Regenschauer angekündigt und auch Gewitter nicht auszuschließen sind, mache ich mich zügig auf den Weg. Dieser führt mich kontinuierlich, aber nicht wesentlich beschwerlich bergauf bis zum Eselsplatz, dessen Name auf die Eselskarawanen zurückzuführen ist, die von hier aus in früheren Zeiten nach Clausthal zogen, um die Bergleute mit Essen zu versorgen.

Nach einer kurzen Trinkpause geht es weiter durch Buchen- und Fichtenwälder Richtung Buntenbock mit schönen Ausblicken ins Lerbachtal und zum Kalksteinbruch Osterode. Nachdem Buntenbock östlich passiert wird erreiche ich die ersten Oberharzer Teiche und mit der Überschreitung des Damms zwischen Bärenbrucher und Ziegenberger Teich kommen auch die ersten Gewitterwolken ins Blickfeld. Das kurze Zeit später vernehmbare Donnergrollen begleitet mich für die nächsten eineinhalb Stunden meiner Auftaktwanderung, wird jedoch nie bedrohlich näher kommen.

Nachdem ich den Bärenbrucher und den Oberen Nassenwieser Teich hinter mir gelassen habe, treffe ich schon bald auf den Dammgraben, der als wesentlicher Bestandteil des Oberharzer Wasserregals eine bedeutende Rolle im Bergbau gespielt hatte, indem er das Wasser der Gebirgsflüsse vom Brockenfeld über das rund 49 Kilometer lange Wassergrabensystem bis zu den Stauteichen vor Clausthal-Zellerfeld führte. Das Dammgrabensystem erinnert mich ein wenig an die portugiesischen Levadas und begleitet mich durch die Harzer Wälder bis weit in den zweiten Tag meiner Hexen-Stieg-Tour.

Mit zunehmender Stabilisierung der Wetterverhältnisse kann ich den Rest meiner Auftakttour entspannt angehen und als ich schließlich am Sperberhaier Damm das Kernstück des Dammgrabens erreicht habe, kehre ich bei neuerlichem Sonnenschein im dortigen Sperberhaier Dammhaus ein. Bei einem Radler im Biergarten ist der Durst bald gelöscht und ich breche auf, um die letzten Kilometer zu meiner Unterkunft im Hotel Engel in Altenau zurückzulegen. Nachdem ich eingecheckt und geduscht habe, kann ich feststellen, dass draußen zwischenzeitlich doch noch ein heftiger Regenschauer niedergeht, und so bin ich glücklich, dass ich meine Unterkunft noch rechtzeitig erreicht habe.