21,7 km (Distanz)

475 m (Aufstieg)

629 m (Abstieg)

175 m (niedrigster Punkt)

447 m (höchster Punkt)

Höhenprofil (Klick zum Vergrößern):

Sonntag, 03.06.2018

Am letzten Tag meiner Tour durch den Harz gilt es, meine anschließende 630 Kilometer lange Heimfahrt zu berücksichtigen, die ich nicht erst am späten Nachmittag antreten möchte. Ich habe also meinen Wecker auf 05:30 Uhr gestellt und in meiner Unterkunft in Wendefurth hatte man mir am Vorabend noch versprochen, Kaffee und Brötchen zum Frühstück bereitzustellen. Als ich mich jedoch um kurz vor sechs Uhr auf den Weg machen will, ist vom Frühstück nichts zu sehen und zudem ist auch noch die Haustüre abgesperrt. Nach kurzer Suche finde ich eine nicht verriegelte Hintertür, durch die ich ins Freie gelangen kann und so mache ich mich um sechs Uhr bei schönem Wetter und noch etwas frischen Temperaturen ohne Frühstück auf zur letzten Etappe Richtung Thale.

Bei schöner Morgenstimmung mit Vogelgezwitscher und summenden Insekten bringe ich die ersten Kilometer auf Waldwegen entlang der Bode nach Altenbrak und Treseburg hinter mich und passiere dabei historische Wasserstollen und Zechen. Kurz hinter Treseburg lege ich an einer Bank am Wegesrand eine Frühstückspause mit meinem letzten Clif Bar Müsliriegel ein, bevor ich mich auf den letzten und spektakulärsten Abschnitt der Tour mache. Auf den zehn Kilometern zwischen Treseburg und Thale wird das Bodetal zu einem imposanten Felsental, in dem sich der schmale Wanderweg durch die von hoch aufragenden Granitfelsen gebildete Schlucht schlängelt. Dieser Abschnitt erinnert sehr an meine Wanderung auf dem Querweg durch die Wutachschlucht und ich genieße diese Abschlussetappe noch einmal in vollen Zügen.

Der Weg durch den Canyon führt mich unterhalb des Großen Rabensteins zu den Gewitterklippen und in den Bodekessel, einen Strudeltopf an der engsten Stelle des Bodetals. Von dort geht es weiter zum Hirschgrund, wo ich über die Jungfernbrücke auf die andere Uferseite wechsle. Von hier verläuft der Harzer-Hexen-Stieg weiter im Bodetal und erreicht bald Thale. Ich habe mich jedoch entschlossen, über die Serpentinen des Hirschgrundwegs die knapp 250 Höhenmeter zum Hexentanzplatz über Thale aufzusteigen und die spektakulären Ausblicke zum Hirschgrund, zur gegenüberliegenden Roßtrappe und nach Thale entschädigen schon bald für den schweißtreibenden Anstieg.

Auf dem Hexentanzplatz versuche ich, die jahrmarktähnliche Stimmung, die von den zumeist mit Gondel oder PKW angereisten Touristen verbreitet wird, auszublenden und genieße noch einmal die herrlichen Ausblicke ins Bodetal. Mein Mittagessen besteht wie schon am Brocken aus einer Thüringer Rostbratwurst; gesättigt mache ich mich anschließend auf den Abstieg vom Hexentanzplatz über den Sachsenwall nach Thale. Bei sommerlichen Temperaturen belohne ich mich bei meiner Ankunft am Zielort mit einem großen Eis und schlendere so entspannt die letzten Meter durch den Friedenspark in Thale zum Ziel.