23,5 km (Distanz)

923 m (Aufstieg)

1.156 m (Abstieg)

102 m (niedrigster Punkt)

693 m (höchster Punkt)

Höhenprofil (Klick zum Vergrößern):

Donnerstag, 02.05.2019

Nach den unheimlich schönen, aber anstrengenden Wanderungen der beiden letzten Tage empfinde ich den heutigen Etappenplan mit 23,5 km und etwa 900 Höhenmetern eher als gemütlich. Von meiner Unterkunft kann ich den Sonnenaufgang über den umliegenden Bergen sehen und genieße erst einmal das mallorquinische Frühstück mit Serrano-Schinken, Manchego-Käse, Kaffee und frisch gepresstem Orangensaft. Die Etappe beginnt mit einem Anstieg auf einem schmalen Pfad zum Mola de Sa Comuna und auch heute sind erst einmal wieder Steinmännchen und GPS gefragt, eine Wegmarkierung ist nicht wirklich vorhanden. Der Bergrücken ist mit Steineichen bewachsen, aber immer mal wieder eröffnen sich Blicke zurück in das Tal von Valldemossa. Ich wandere südlich am Gipfel des Sa Comuna vorbei und schon bald hat man vom Kamm schöne Ausblicke zur Küstenregion im Westen und zur Bucht von Palma im Süden.

An der Westflanke des Berges geht es bergab zum Sattel Coll de Sant Jordi und anschließend noch einmal bergauf. Der Weg führt vorbei an Köhlerplätzen und durch eine Felsspalte über eine kleine Mauer zum Pla de S’Aljub. Hier beginnt der Abstieg nach Esporles, zunächst auf Waldwegen, dann auf einer asphaltierten Straße, wo ich von einer Gruppe von vier jungen Franzosen überholt werde. Ich hole sie kurze Zeit später nochmal ein, da sie eine Pause eingelegt haben, doch schon kurz darauf ziehen sie wieder an mir vorbei, sie sind deutlich schneller unterwegs als ich. Sie werden mir morgen gleich mehrfach wiederbegegnen und dabei eine wichtige Rolle spielen.

Esporles stellt sich mir trotz der etwa 4.000 Einwohner als kleines, verschlafenes Dorf dar, aber immerhin kann ich hier das GPS wieder wegpacken. Die Steinmännchen werden ab hier wieder durch eine gute Beschilderung ersetzt und so geht es ohne Schwierigkeiten weiter Richtung Küste. Ich laufe über den historischen Postweg Camí des Correu aus dem Jahr 1401 zwischen Steineichenwäldern, Pfaden mit Erdbeerbäumen und gepflasterten Trockenmauerwegen aufwärts zum Coll de Pi. Von der Passhöhe geht es bergab bis zum nächsten Zwischenziel Banyalbufar. Dort versorge ich mich mit gekühlten Getränken und mache eine kurze Pause in dem von terrassierten Kulturlandschaften geprägten Küstenort.

Anschließend geht es über einen ehemals gesperrten Weg vorbei an der Finca Es Rafal in lockerer Wanderung durch Waldwege in einem Naturschutzgebiet bis zum kurzen Abstieg zum Etappenziel Estellencs. Am Ortseingang verweile ich zunächst im Restaurante Giardini, wo ich mich auf der Terrasse am Hang mit Blick auf Estellencs mit einem Orangeneis belohne. Danach suche ich meine Unterkunft im Hotel Maristel auf, wo ich beim einchecken gleich auf den vorhandenen Spa-Bereich aufmerksam gemacht werde und so findet man mich nach dem Duschen erst mal für lange Zeit abwechselnd im Dampfbad und im Whirlpool. Meine Muskulatur ist hierüber extrem erfreut und ich kann am Abend völlig entspannt durch den kleinen Ort zur Bar Sa Tanca schlendern, wo ich den Tag gemütlich bei leckeren Tapas und einem Glas Weißwein ausklingen lasse. Der Sonnenuntergang über dem Meer auf dem Heimweg rundet den Abend ab, bei Sonnenaufgang werde ich bereits wieder unterwegs sein …