19,9 km (Distanz)

1.050 m (Aufstieg)

847 m (Abstieg)

1.256 m (niedrigster Punkt)

2.277 m (höchster Punkt)

Höhenprofil (Klick zum Vergrößern):

Freitag, 25.08.2017

Die Königsetappe – oder der Tag, an dem ich den Alpenhauptkamm überquere …

Morgens um 07:00 Uhr erscheine ich pünktlich zum Frühstück in der Gaststube des Breitlahner. Kaffee und Honigbrötchen sind schnell verzehrt und so beginne ich zeitig den Aufstieg entlang des Zamser Bachs zum Schlegeisspeicher, der mich zunächst durch ein Waldgebiet führt. Trotz früher Stunde und einsamer Bergwelt bekomme ich schon bald die ersten WhatsApp-Nachrichten von Markus, dem ich kurz vor seiner Röntgenbesprechung noch meinen aktuellen Tourverlauf erläutere, und von Judith, die jetzt gerade in den Dolomiten unterwegs ist und mit der ich das jeweilige Frühstücksangebot unserer Herbergen vergleiche.

Nach etwa 90minütigem Aufstieg stehe ich auf der Staumauer des Schlegeisspeichers. Hier zeigen sich schon fast kanadisch anmutende Ausblicke über den See zu den umgebenden Dreitausendern wie Hochsteller und Olperer. Ab hier befinde ich mich wieder auf dem offiziellen Wanderweg, der taleinwärts zum Aufstieg Richtung Pfitscher Joch führt. Die anfänglichen Menschenansammlungen, die mit dem Bus zum Schlegeisspeicher gekommen sind, verlieren sich zunehmend während des Aufstiegs und als ich die Lavitzalm auf 2.095 m erreiche bin ich wieder weitgehend ungestört in der Natur. Es folgen die letzten Meter durch die wilde Gebirgslandschaft bis zum Pfitscher Joch und dann habe ich die Landesgrenze nach Italien überschritten, den Alpenhauptkamm überquert und wenige Minuten später am Pfitscher-Joch-Haus mit 2.277 m den höchsten Punkt meiner Wanderung erreicht. Meiner inneren Freude muss ich Ausdruck verleihen und die um mich befindliche Landschaft auf mich einwirken lassen und so gönne ich mir in dieser hochalpinen Umgebung neben dem durstlöschenden Saftschorle erst einmal einen Apfelstrudel zur Feier des Tages.

Nach einer etwas längeren Pause breche ich schließlich auf, um den Abstieg ins Pfitschtal in Angriff zu nehmen. Durch das Almgebiet geht es stetig bergab, bis ich bei der Baumgrenze in einen lichten Mischwald eintrete, den ich bis zum Erreichen des Weilers Stein durchquere. Von hier geht es über einen Wiesenweg noch ca. drei Kilometer weiter bis zum Ortsende von St. Jakob, wo ich am Unterbergerhof das Etappenziel erreiche. Hier bin ich mit Silke verabredet, die am Folgetag die Abschlussetappe nach Sterzing mit mir laufen wird.