24,5 km (Distanz)

1.772 m (Aufstieg)

864 m (Abstieg)

557 m (niedrigster Punkt)

1.859 m (höchster Punkt)

Höhenprofil (Klick zum Vergrößern):

Dienstag, 22.08.2017

„Das Herz des Menschen plant seinen Weg, Gott aber lenkt seinen Schritt“ – mit dieser Holztafel werde ich gleich zu Beginn meiner Tour am Ortsende von Rotholz begrüßt. Als ich dort den 12 Kilometer langen Anstieg zum Spieljoch beginne ist mir noch nicht klar wie wahr dieser Spruch an diesem Tag noch werden soll. Die offizielle Route beginnt aufgrund der Bauarbeiten an der Spieljochbahn erst an der Talstation der Geolsbahn und so hatte ich bis zur Gartalm erneut meine eigene Route zu planen.

Ich beginne früh um 07:30 Uhr mit meinem Aufstieg, bei dem ich die ersten 450 Höhenmeter auf einer breiten Forststraße von Rotholz bis Schlitterberg zunächst problemlos bewältigen kann. Der Weg führt durch den steilen Ringenwechselwald und immer wieder zeigen sich herrliche Ausblicke ins Inntal und Zillertal, an denen ich den Fortschritt meines Aufstiegs feststellen kann.

Kurz nach Schlitterberg bin ich zunächst froh als ich rechtzeitig bemerke, dass ich vom breiten Forstweg in einen kleineren Weg abzweigen muss, der mich zum Martellerhof führt. Kurze Zeit später macht sich jedoch Ernüchterung breit als ich feststellen muss, dass mein geplanter und offline gespeicherter Weg nicht existiert – laut GPS befinde ich mich exakt da wo ich sein soll, ein Blick in meine Umgebung offenbart jedoch dass ich mich mitten auf einer steil abfallenden Weidefläche befinde, umgeben von Kühen und ohne Anzeichen eines Weges in der Umgebung, vor mir die steile Schlucht zum Öxlbach, den es für ein weiteres Vorankommen zu überwinden gilt. Während Judith, die zeitgleich auf der Via Alpina in den Karnischen Alpen unterwegs ist, mir per WhatsApp rät mich einfach an den Wegweisern zu orientieren, kann ich diese hier beim besten Willen nicht finden. Also erinnere ich mich an „meinen Wegweiser“, die Holztafel vom Etappenstart in Rotholz und lasse mich lenken und nach etwa 10 Minuten treffe ich auf einen schmalen Pfad, den es laut meiner Karte gar nicht geben dürfte. Dieser führt mich über einen schmalen und zur Seite steil abfallenden Weg zu einer Furt über den Öxlbach und auf der anderen Seite über einen mit einem Stahlseil gesicherten Aufstieg zur Baumannwies, die mein Zwischenziel darstellt und wo ich mich wieder auf einem beschilderten Weg Richtung Geolsalm und Gartalm befinde.

Guten Mutes mache ich mich an den weiteren Aufstieg, bei dem ich sogar zwei Mountainbiker überholen kann und komme schließlich am Spieljoch auf 1.859 m an. Dort eröffnen sich herrliche Ausblicke zurück zum Karwendel und dem Rofangebirge, zum Wilden Kaiser sowie Richtung Zillertal und Tuxer Alpen. Getrübt wird die Stimmung durch die Baustelle an der Spieljochbahn und den dadurch verursachten Lärm und so entschließe ich mich, meine Wanderung Richtung Geolsalm fortzusetzen. Leider ist auch hier mein geplanter Weg durch die Baustelle nicht mehr auffindbar und so lasse ich mich ein zweites mal lenken um nach kurzer Zeit einen Panoramapfad mit schönen Ausblicken ins Zillertal zu finden, der mich direkt zur Geolsalm führt.

Dort befinde ich mich dann wieder auf der beschilderten Route der Alpenüberquerung und komme kurze Zeit später auf der Gartalm an, wo ich meine bewährte Buttermilch-Almpause einlege. Die restliche Wegstrecke entspricht einem sanften Abstieg und führt mich über den Loassattel, wo die Alpenüberquerung auf die Via Alpina trifft, zum Etappenziel nach Hochfügen.