20,7 km (Distanz)

128 m (Aufstieg)

132 m (Abstieg)

23 m (niedrigster Punkt)

140 m (höchster Punkt)

Höhenprofil (Klick zum Vergrößern):

Samstag, 15.04.2017

Zwei Tage vor Beginn meiner Fernwanderung in die schottischen Highlands war ich von Frankfurt über Edinburgh nach Milngavie angereist. Das Städtchen, welches zum Startpunkt des West Highland Way auserkoren wurde, ist ein Vorort der Arbeiterstadt Glasgow, welche durch zahlreiche Renovierungs- und Restaurierungsarbeiten seit den 1990er Jahren in neuem Glanz erstrahlt; so lag es nahe, am Tag vor Beginn der Wanderung die Metropole Glasgow zu besichtigen. Übernachtet wurde im „Premier Inn“ in Milngavie, von wo ich mich an diesem Samstagmorgen zum Startpunkt des West Highland Way, der Granitsäule in der Fußgängerzone von Milngavie, aufmache. Auf dieser ersten „Aufwärmetappe“ bis Drymen sind keine Schwierigkeiten zu erwarten und ich habe genügend Zeit für einen Abstecher zur am Weg befindlichen Glengoyne Distillery eingeplant.

Der Weg führt mich zunächst durch den Allander Park aus Milngavie hinaus zum Mugdock Wood und weiter zum ersten kleinen See am Craigallian Loch. Wettertechnisch bin ich in Schottland auf alles vorbereitet; kurz nach dem Craigallian Loch fällt mir jedoch bereits auf, wie schnell sich hier das Wetter ändern kann, als innerhalb von zehn Minuten die Wechsel von strahlendem Sonnenschein über Nieselregen und Windböen zu erneutem Sonnenschein zu beobachten sind. So besteht die größte Schwierigkeit zu Beginn der Tour vor allem in der Wahl der adäquaten Kleidung für die erste Etappe.

Kurz hinter Carbeth ist bereits die markanteste Erscheinung der ersten Etappe, der 427 m hohe Dumgoyne zu sehen, zu dessen Füßen sich in der Nähe des gleichnamigen Örtchens die Glengoyne Distillery befindet. Zunächst wird noch der kleinere Dumgoyach umrundet bevor ich gegen Mittag die Distillery erreiche. Hier buche ich die „Gold Medal Parade“-Tour, die mir neben einer ca. einstündigen Führung durch die Distillery eine im kleineren Rahmen durchgeführte Whiskyverkostung mit Highland Single Malts, bestehend aus dem 18jährigen, dem 21jährigen und einem Dram vom Glengoyne Cask Strength beschert. Letzteren nehme ich dann im gut verschließbaren Gläschen mit auf die Tour, um mich am Ende der Fernwanderung in Fort William damit zu belohnen.

Zunächst muss ich jedoch überlegen, wie ich nach der Whiskyverkostung zur Mittagszeit die nächsten zehn Kilometer Fußmarsch bewältigen soll und so halte ich es für angebracht, im nahegelegenen Dumgoyne im „Beech Tree Inn“ einzukehren. Dort kann ich mir mit dem „Soup’n’Hoagie Deal“, bestehend aus Tagessuppe und Sandwich und anschließendem „Cream Tea“ – Tee mit Milch, Scones, Clotted Cream und Erdbeerkonfitüre, den Magen füllen.

Gut gestärkt geht es so auf den unspektakulären zweiten Teil der ersten Etappe über Gartness nach Drymen, wo ich am Nachmittag in meiner Unterkunft „The Hawthorns“ einchecke. Drymen ist ein kleines Örtchen mit etwa 800 Einwohern und dem ältesten Pub Schottlands, „The Clachan“. So ist es fast obligatorisch, dass ich am Abend dort zu meinem Feierabendbier und einer Portion Fish & Chips einkehre um den schottischen Lebensstil zu genießen und mich auf die nächste Etappe vorzubereiten.