Senda Sursilvana: Von Andermatt nach Chur  

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Übersicht:

118,1 km (Gesamtdistanz)

3.388 m (Aufstieg insgegsamt)

4.631 m (Abstieg insgegsamt)

561 m (niedrigster Punkt)

2.304 m (höchster Punkt)

Verlauf auf der Karte:

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Die Surselva (rätoromanisch, “über dem Wald”) erstreckt sich entlang des Vorderrheintals im Schweizer Kanton Graubünden vom Oberalppass bis zum Zusammenfluss von Vorder- und Hinterrhein bei Tamins. Namensgebend ist die unübersichtliche bewaldete Hügellandschaft samt der 13 km langen Ruinaulta (“Rheinschlucht”), die beide durch das weltgrößte kartierte Bergsturzereignis, den Flimser Bergsturz, entstanden sind. Die Geschichte der Surselva ist geprägt durch ihre Passübergänge und durch das in der “Wildnis gegründete Monasterium” (Desertina Mustér = Disentis/Mustér). Weiterhin spielt das Element Wasser in der Entwicklung der Region eine große Rolle – die Urbewohner der Surselva nannten alle Wasser “Rein”, was keltisch einfach “Fluss” bedeutet. Im westlichen Teil der Surselva, dem Tujetsch, entspringt am Tomasee nahe dem Oberalppass der Rein Anteriur, der Vorderrhein. Hier in den Bergtälern am Vorderrhein hat sich ein eigener Menschenschlag mit einer eigenen Sprache, dem Sursilvan, entwickelt und die intakten Landschaften der Surselva sind durch die Geschichte der Region beeinflusst.

Diese Region Surselva durchquert der Fernwanderweg “Senda Sursilvana”, der von Andermatt über den Oberalppass, den Flimser Großwald auf dem eigentlichen Schuttkegel des Bergsturzes vor beinahe 10.000 Jahren bis zum Zusammenfluss von Vorder- und Hinterrhein bei Tamins und weiter zur Bündner Hauptstadt Chur, der ältesten Stadt der Schweiz führt. Ich bin den knapp 120 km langen Fernwanderweg Ende August / Anfang September 2018 gewandert und habe dabei den vorhergesagten Regen der ersten beiden Etappentage in Kauf genommen. Dennoch waren auch diese Abschnitte schön und interessant, wurden jedoch am Ende der Fernwanderung durch die spektakuläre Landschaft im Flimser Großwald “Uaul Grond” mit den dortigen Seen und der Ruinaulta noch einmal getoppt.