Liechtenstein-Weg Etappe 3: Bendern nach Schaanwald

Details:

23,6 km (Distanz)

596 m (Aufstieg)

581 m (Abstieg)

429 m (niedrigster Punkt)

693 m (höchster Punkt)

Höhenprofil:

Höhenprofil

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Freitag, 31.12.2021

Am Silvestermorgen mache ich mich früh auf den Weg, um die Abschlussetappe auf dem Liechtenstein-Weg zu laufen. Die Entscheidung, an den beiden verregneten Tagen zuvor zu pausieren und stattdessen heute zu Wandern war goldrichtig, denn bereits bei meiner Ankunft in Bendern zeichnet sich in der Morgendämmerung ab, dass ein wunderschöner Tag vor mir liegen wird. Die heutige Tour führt mich zunächst ein kurzes Stück dem Rheindamm entlang zur Freizeitanlage Grossabünt in Gamprin, die in diesen Morgenstunden noch menschenleer und verlassen wirkt, während hinter mir die Berggipfel gerade von den ersten Sonnenstrahlen beleuchtet werden. Auch im Dorfzentrum von Gamprin sind wenig später noch keine Menschen unterwegs und so genieße ich die Ruhe, die aufgehende Sonne und das mich umgebende Bergpanorama und laufe weiter über einen Fuhrweg durch den Kratzera-Wald bis nach Ruggell am nördlichen Zipfel von Liechtenstein. Das 2.000-Seelen-Dorf erwacht gerade zum Leben und so treffe ich auf meinem Weg über den Binnendamm ins Ruggeller Riet auf die ersten Hundespaziergänger und Frühaufsteher.

Wenig später betrete ich das rund 90 Hektar große Naturschutzgebiet des Ruggeller Riets, hier jenseits des Dorflebens öffnet sich der Blick aus dem Alpenrheintal in die umgebende Bergwelt: Im Westen über mir der Säntis, die Kreuzberge und der Hohe Kasten, nördlich von mir Vorarlberg in Österreich, im Osten die Drei-Schwestern-Gruppe und im Süden die Berge des Sarganserlands. Die Sonne steht zwischenzeitlich schon über den Drei Schwestern und so wird es Zeit an das „Znüni“ zu denken. Passenderweise passiere ich geraden den Biohof „Bangshof Ruggell“ und ein kurzer Blick zeigt mir, dass der Hofladen geöffnet ist. Hier erstehe ich ein großes Stück Liechtensteiner Käse, welches ich ins Jahr 2022 hinüberretten möchte sowie ein extrem leckeres Milchbrötchen, welches ich kurze Zeit später bei meiner Znüni-Rast im Riet zusammen mit dem selbstgebackenen Früchtebrot und einem heißen Tee genieße. Die Morgenstimmung im Riet ist beruhigend und fast schon meditativ, bis mir zunehmender Motorenlärm signalisiert, dass ich mich dem Grenzübergang Nofels/Ruggell nähere. Ich habe den nördlichsten Punkt meiner Wanderung passiert und gehe nun wieder gen Süden, ab sofort leider auch im Schatten des Schellenbergs, bevor ich kurze zeit später den steilen Anstieg auf den Berg in Angriff nehme.

Trotz der schattigen Verhältnisse bringt der kurze, aber steile Anstieg die ersten Schweißtropfen zum Vorschein und ich schnaufe erst einmal durch als ich die Ruine Untere Burg Schellenberg erreiche. Von hier führt der Weg am Kloster vorbei ins Dorfzentrum von Schellenberg. Auf schmalen Wanderpfaden geht es von hier erneut Richtung österreichischer Grenze bis ich die Ruine Neu-Schellenberg erreiche. Von hier führt der Weg wieder sanft, aber stetig abwärts ins Tal bis nach Mauren. Am Ortsende erwartet mich das Vogelparadies Birka, mich schreckt der kreischende Vogellärm jedoch eher ab. So marschiere ich weiter und durchquere auf den letzten drei Kilometern das Maurer Riet, bevor ich am Zollamt Schaanwald das Ende des Liechtenstein-Wegs erreiche. Kurze Zeit später bin ich dann auch schon auf dem Heimweg, denn zu Hause warten selbstgebrautes Bier, Raclette und Baked Alaska auf mich und ein neues Jahr 2022 mit hoffentlich weniger Corona und mehr schönen Wanderungen … vielleicht sogar schon wieder in Liechtenstein, auf dem Panoramaweg über den Fürstensteig und den Drei-Schwestern-Grat im Sommer …

Bildergalerie:

Liechtenstein-Weg Etappe 2: Vaduz nach Bendern