11,3 km (Distanz)

467 m (Aufstieg)

1.649 m (Abstieg)

462 m (niedrigster Punkt)

1.730 m (höchster Punkt)

Höhenprofil (Klick zum Vergrößern):

Donnerstag, 05.07.2018

Auf der letzten Etappe unserer Tour erwarten wir trotz der geplanten 1.650 Höhenmeter Abstieg keine größeren Schwierigkeiten, wir wollen ins Cordevoletal absteigen und von dort mit dem Bus nach Belluno fahren. Der Weg zu Fuß nach Belluno über die Schiara mit Passagen bis zum Schwierigkeitsgrad II, der für geübte Bergsteiger empfohlen wird, ist für uns klettersteigunerprobte Wanderer keine Alternative. Unsere amerikanischen, italienischen und schottischen Mitwanderer, die mit uns im Rifugio Pian de Fontana übernachtet haben, haben die gleichen Pläne und so brechen wir nach dem Frühstück gemeinsam auf. Jeder geht in seinem eigenen Tempo und so lassen wir die anderen im Anstieg zur Forcella Lavaretta bald hinter uns.

Wir befinden uns immer noch im alpinen Gelände und so wird auch diese Etappe durch das Val dei Ross kein Sonntagsspaziergang, aber wer vom Pragser Wildsee bis hierher gewandert ist, wird auch die schmalen Wiesenpfade und die bewaldeten Südhänge der Cime della Scala problemlos meistern. Vor uns taucht die Schiara auf, die wir ehrfürchtig bestaunen und wir hoffen, dass die Abzweigung ins Cordevoletal gut gekennzeichnet ist, um nicht doch versehentlich im anspruchsvollen Steilanstieg zu landen. Die Sorge erweist sich als unbegründet, eine große helle Felsplatte ist markiert und weist uns den Weg nach rechts zum Rifugio Bianchet, während es zur Schiara mit dem Rifugio 7° Alpini geradeaus weitergeht.

Wir wählen die Abzweigung nach rechts in das Val Vescovà und erreichen nach insgesamt etwa zwei Stunden Gehzeit das Rifugio Bianchet. Wir wollen gegen 12:45 Uhr den Bus nach Belluno an der Bedarfshaltestelle La Pissa nehmen und liegen bislang gut in der Zeit und so gönnen wir uns erst einmal einen Cappuccino am Rifugio. Kurze Zeit später erscheinen Mike, Rita, Holly und Giuseppe und wir bleiben noch ein wenig sitzen und teilen unsere letzte Tafel Schokolade. Wir beschließen, den letzten Abstieg unserer Dolomitentour durch den Lärchenwald im Val Vescovà gemeinsam zu gehen und so erreichen wir gemütlich wandernd um kurz nach 12:00 Uhr die Staatsstraße Nr. 203, auf der wir noch ein paar hundert Meter nach Norden zur Bedarfshaltestelle La Pissa laufen, dann haben wir unser Ziel erreicht.

Wir warten gemeinsam an der Haltestelle und schießen noch ein paar Erinnerungsfotos, dann steigen Holly und Giuseppe in den Bus nach Norden, der sie zu ihrem Auto bringt. Wir fahren gemeinsam mit Rita, Mike und Sean, der eine Minute vor dem Bus auch noch an der Haltestelle eingetroffen ist, nach Belluno, dort trennen sich unsere Wege wieder. Wir checken in unserem Hotel ein und bekommen zu unserer freudigen Überraschung eine überdimensionierte Suite mit vier Betten zugewiesen. Wir duschen ausgiebig und sind froh, dass wir hierfür nicht wie in den vorangegangen Tagen Duschmünzen für gefühlte 30 Sekunden Warmwasser benötigen. Anschließend machen wir uns auf in die Stadt, essen Eis, trinken Cappuccino und erhalten im Uffici Informazioni Turistiche gegen Vorlage unserer Hüttenstempel das Abzeichen für die erfolgreiche Begehung des Dolomiten Höhenweg 1. Wir besichtigen noch ein wenig die Stadt und lassen den Tag gemütlich ausklingen. Am nächsten Morgen müssen wir früh aus den Federn, um den Bus zu erreichen, der uns bei trübem Nieselregen über Cortina d’Ampezzo und Toblach wieder zurück an den Pragser Wildsee bringt. Wir sehen noch einmal die Bergregionen, die wir in den letzten Tagen zu Fuß durchwandert haben und sind glücklich über das überwiegend gute Wetter auf unserer Tour, das mit dazu beigetragen hat, dass wir eine unglaublich eindrucksvolle und spektakuläre Höhenwanderung durch die Dolomiten erleben durften.