14,4 km (Distanz)

1.013 m (Aufstieg)

966 m (Abstieg)

1.492 m (niedrigster Punkt)

2.388 m (höchster Punkt)

Höhenprofil (Klick zum Vergrößern):

Freitag, 29.06.2018

Nachdem wir am Vortag angereist und im Hotel Pragser Wildsee übernachtet haben, beginnen wir den Tag gemütlich mit einem Frühstück mit viel Kaffee und Tee, Schinken, Käse und Eiern. Die Stärkung ist sinnvoll, denn die erste Etappe beginnt gleich mit einem ordentlichen Anstieg über 900 Höhenmeter zur Seekofelhütte. In den frühen Morgenstunden ist von den vielzitierten Touristenströmen und Menschenmassen am Pragser Wildsee noch nichts zu sehen und so genießen wir nach dem Frühstück erst einmal die herrliche Morgenstimmung am See, der sich spiegelglatt vor uns ausbreitet und das umgebende Bergpanorama reflektiert.

Der erste Kilometer der Tour ist zum Einlaufen am See bestimmt, dann wird es ernst. Der Weg zweigt am Seeende nach rechts ab, aufwärts über ein Geröllfeld, später über einen von Latschen gesäumten steinigen Pfad immer weiter bergauf. In Serpentinen geht es weiter und es wird steiler, der Blick zurück zeigt herrliche Ausblicke auf den unter uns liegenden Pragser Wildsee. Am „nabigen Loch“ haben wir uns eine kurze Verschnaufpause verdient, anschließend geht es wieder weiter bergauf. Teilweise sind die steilen Felsstufen nun mit einem Stahlseil versichert, es wird anstrengend aber unschwierig. Über die Steilstufe umrunden wir den Ostsporn des Seekofels und nachdem wir ein kleines Schneefeld überquert haben, erreichen wir den sogenannte „Ofen“, ein Felskar, von dem sich herrliche Ausblicke in die umgebende alpine Bergwelt eröffnen. Eigentlich könnte ich die Tour jetzt schon beenden, denn ich erblicke die „Drei Zinnen“ und erfülle mir damit einen Traum. Ich entscheide mich jedoch für’s Weitergehen, und nach insgesamt 3 1/2 Stunden Aufstieg erreichen wir an der Scharte „Porta Sora al Forn“ in 2.388 m Höhe den höchsten Punkt der Etappe. Wir schnaufen durch und machen eine kurze Vesperpause, unter uns liegt die Seekofelhütte. Hier rasten wir erneut und genießen bei Apfelstrudel und Cappuccino das herrliche Bergpanorama.

Nachdem wir uns ausreichend von dem kräftezehrenden Anstieg erholt haben, brechen wir auf und wandern am Südfuß des Seekofels entlang sanft bergab durch das Hochtal Richtung Senneshütte. Als wir diese nach der gemütlichen Höhenwanderung erreichen, hat sich das Wetter geändert und in Sichtweite der Hütte werden wir von gefühlt fünf bis sechs Regentropfen überrascht. Wir stellen uns für eine Trinkpause ein paar Minuten vor der Hütte unter und ich beschließe, dass wir damit den obligatorischen Regenschauer auf unserer geplanten Siebentagetour bereits hinter uns gebracht haben – ich werde beinahe Recht behalten, aber eben nur beinahe …

Nachdem der kurze schwache Regenschauer im Nichts verschwunden ist, laufen wir weiter, zunächst über den herrlichen Wiesenboden der Sennesalm, dann weiter abwärts über einen schönen Naturpfad in einem Latschen- und Zirbenwald Richtung Almdorf Fodara Vedla auf 1.972 m. Hier biegen wir rechts ab und gelangen nach kurzem Anstieg über einen zunächst mäßig steil abfallenden Karrenweg zu einer Schlucht, die uns über enge Serpentinen steil bergab an einer Felswand entlang zum unter uns liegenden Berggasthaus Pederü im inneren Rautal führt. Hier haben wir unser Etappenziel erreicht, beziehen unser Zimmer und genießen die mittlerweile wieder kräftig scheinende Sonne auf der Terrasse. Wir sind auf 1.540 m angekommen und nach dem Abstieg damit fast wieder auf der gleichen Höhe wie zu Beginn der Etappe am Pragser Wildsee. Die kommenden Übernachtungen werden wir in Rifugios auf über 2.000 m Höhe verbringen und wir sind uns einig, dass uns dort zum Abendessen vorwiegend Pasta oder Polenta erwartet. So entscheiden wir uns heute an der Grenze von den deutschsprachigen Pragser Dolomiten zum ladinischen Fanestal noch einmal klassisch für Schnitzel mit Pommes mit dem ein oder anderen wohlverdienten Radler, genießen den Sonnenuntergang im Rautal und fallen dann in unsere Betten.